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Autofahren in Thailand ist ... anders:) PDF Drucken E-Mail
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Donnerstag, den 19. Februar 2009 um 08:47 Uhr

Seit über einer Woche sind wir jetzt schon weg aus Koh Mak. Nach drei Nächten in Bangkok waren wir fünf Tage mit dem Auto unterwegs und sind inzwischen in Chiang Mai angekommen. Von da aus geht es dann morgen auch endlich nach Pai!:)

Die Abfahrt von Koh Mak verlief ohne Zwischenfälle, auch wenn uns der Abschied von dieser kleinen Insel immer sehr schwer fällt. Aber wir hatten ja so einiges, auf das wir uns freuen konnten uns so ging es frohen Mutes nach Bangkok. Am Abend des selben Tages haben wir uns dann auch mit Christiane und Pablo getroffen, zwei Rikscha-Freunden von uns, die gerade angekommen und auf dem Weg in den Süden waren. Sie hatten uns auch Bilder aus dem verschneiten München mitgebracht, brrrr.:)

Ansonsten war Bangkok wie immer: viel lecker essen, bisl einkaufen und ins Kino gehen. Ach ja, wir waren im besten Kino, dass wir jemals gesehen haben. Man hat als Paar immer zwei Sitze ohne Lehne dazwischen. Super weich und verstellbar wie ein Business Class Sitz. Und dann bekommt man auch noch eine Decke, da die Klimaanlage ja ziemlich kalt macht. Und das ganze für knapp vier Euro pro Person, in den großen modernen Kinos in Bangkok kosten auch normale Karten drei Euro, also kaum teurer. Wieso haben wir sowas eigentlich nicht in München?!

Wir haben dann auch endlich die deutsche Tastatur für unseren Laptop bekommen. Aber die wird dann vor dem Heimflug nochmal ausgewechselt, da die Leertaste etwas zäh reagiert. Aber für die Zwischenzeit immer noch besser als die englische Tastatur!:)

Am Morgen des 13. war es dann soweit, wir haben unseren Mietwagen zum Hotel geliefert bekommen. Mitten in Bangkok und leider ohne GPS, das gab es nämlich nicht. Die Nervosität war durchaus vorhanden, wir sind ja schon viel in Thailand mit dem Motorrad gefahren und in vielen Linksverkehr Ländern mit dem Auto (Australien, Neuseeland, Malaysia) aber noch nie in Bangkok. Und wer schon mal hier war, der weiss, dass der Verkehr nicht gerade verlockend wirkt. Aber es war dann eigentlich gar nicht so schlimm, weil wir recht schnell auf eine Schnellstraße kamen und von da an war es dann kein Problem mehr. Wenn auch auf leichten Umwegen, denn die Tatsache, dass viele Schilder nur in thailändischer Schrift beschriftet sind macht die Sache mit dem richtigen Weg nicht gerade einfacher!:) Aber an dieser Stelle mal etwas zum Verkehrsverhalten der Thais: es gibt so ein paar Verhaltensweisen, die recht unbegreiflich sind. Da wäre zum Beispiel das Einbiegen auf eine große Straße aus einer Nebenstraße, da ist es nämlich so, dass man einfach fährt ohne zu schauen, derjenige auf der Hauptstraße passt da schon auf. Tut er auch meistens, aber das geht auch mal schief. Aber man gewöhnt sich schnell daran und dann muss man sagen, dass es hier eigentlich ähnlich ist wie in Italien ist: man fährt zwar chaotischer und ohne viel Regeln, dafür aber nicht so stur und unflexibel wie in Deutschland. Niemand beharrt auf seine Vorfahrt, man nimmt Rücksicht auf die anderen und man hört fast nie jemanden hupen. Man fährt einfach eher miteinander als daheim, was das Fahren auf Dauer entspannender macht. Eine kräftige Prise davon würde dem deutschen Verkehrsverhalten durchaus gut tun!:)

Aber zurück zu unseren Stationen nach der Abfahrt aus Bangkok. Erster Stopp war in Ayutthaya, nur etwa eine Stunde nördlich gelegen. Bekannt ist die Stadt vor allem für ihre alten Tempelanlagen und -ruinen. Wir sind dann bei der herrschenden Bullenhitze auch fleissig die Tempel angefahren und haben Fotos gemacht, die man in der Galerie anschauen kann. Daneben gab es unter anderem noch tolle Lotusblumen im Garten hinter unserem Zimmer zu bewundern - und nach zwei Nächten sind wir dann auch schon weitergefahren, da die Stadt ausser Tempeln und Ruinen nicht viel zu bieten hat.

Auf dem Weg nach Sukkothai sind wir kurz in Lopburi stehen geblieben, der Stadt, die von Affen überbevölkert sein soll. Erstmal sind wir ewig durch die Gegend gekurvt ohne welche zu sehen und dachten schon, dass ist alles nur erfunden. Aber dann kam der erste auf dem Gehweg angewackelt und nachdem wir aus dem Auto gestiegen sind wussten wir: es ist wirklich so, wie es beschrieben wird. Die Affen waren überall, auf dem Gehweg, den Straßen, Strommasten, Stromkabeln und vor allem an den Häuserwänden. Auf diesem Bild hier sieht man, dass dieses (hoffentlich) leerstehende Haus komplett in der Hand der Affen war. Bisher haben wir uns immer gefreut, wenn wir Affen gesehen haben, sei es in Angkor Wat oder in Singapur. Aber hier stellen die Affen wirklich eine Plage dar, sind total verdreckt, ziemlich lästig und machen vor allem einen unglaublichen Dreck. Ist auch ein komisches Gefühl wenn man auf dem Gehweg läuft und über einem ständig Affen am Stromkabel hängen und ihr Geschäft verrichten. Aber wenigstens haben wir das jetzt auch mal gesehen!:)

Weiter ging es nach Sukkothai und die ganze Fahrt über waren die Straßen gesäumt mit strahlenden Reisfeldern in allen erdenklichen Grüntönen. Wir hatten Glück, denn oft sind die Felder ja abgebrannt oder frisch angepflanzt, aber jetzt war alles grün - eine kleine Kostprobe bietet dieses Bild. Und wir haben das immer vergeblich in Vietnam gesucht. Sukkothai selbst war dann wieder ein Ort um Tempel zu besuchen. Das haben wir wieder gemacht, wenn auch nicht mehr ganz so fleissig aber es gibt dennoch einige Bilder in der Galerie.

An dieser Stelle kurz etwas zu den besuchten Anlagen in Ayutthaya und Sukkothai. Es sind durchaus schöne Anlagen, wobei die Ruinen in Ayutthaya quer verteilt sind auf das Stadtgebiet und damit etwas Flair vermissen lassen. Aber wenn man wie wir davor in Angkor Wat war, wirkt alles nicht so großartig, da Angkor einfach den Superlativ bezüglich dieser Bauweise darstellt. Hinzu kommt noch, dass in Kabodscha die Tempel in einem großen Nationalpark liegen, wo man quasi von einer historischen Stätte zur nächsten gelangt, ohne dazwischen Hochhäuser zu sehen. Aber wir haben ja damals in dem Bericht schon viel davon vorgeschwärmt. Also nicht, dass das jetzt falsch rüberkommt: Ayutthaya und Sukkothai sind durchaus einen Besuch wert, aber vielleicht sollte man wenn dann zuerst dahin und sich Angkor für den Schluss aufheben - als Krönung sozusagen!:) Auch das besondere Gefühl, dass sich in Angkor durch das erleben des Sonnenaufgangs an den Tempeln eingestellt hat, hat bei den Thailändischen Städten völlig gefehlt, da die Anlagen erst um acht Uhr aufgemacht werden, sehr schade.

Am 16. sind wir dann weiter Richtung Chiang Mai gefahren und als wir endlich da waren, fühlten wir uns gleich heimisch. Ohne Stadtplan haben wir sofort unser Hotel gefunden und auch sonst ist hier alles sehr vertraut. Wobei man an dieser Stelle schon mal sagen muss, das unser reibungsloses Wegefinden dem Chris zu verdanken ist, der noch dazu wie oben schon beschrieben halber Thai in Sachen Fahrstil geworden ist.:-) Wir haben dann noch den Mietwagen dazu genutzt auf den Doi Suthep zu fahren, den Hausberg von Chiang Mai mit einer großen Tempelanlage. Nun haben wir die auch mal gesehen, nachdem wir schon mindestens zehn Mal in Chiang Mai waren!:)

Am nächsten Morgen sind wir dann von Chiang Mai aus noch nach Doi Saket gefahren, einem kleinen Ort 15 km nördlich. Grund dafür war das Baan Chai Tung Resort, eine kleine Anlage mit nur vier Bungalows, die einer Thai und ihrem deutschen Mann gehört. Wir haben die beiden vor Monaten im Fernsehen gesehen, als sie in einer der Auswanderershows begleitet wurden. Das Resort ist in der Wirklichkeit allerdings noch viel schöner als in dem Bericht, ein großer Teich, ein kleiner Pool und das alles eingerahmt von kleinen Reisfeldern. Dazu kommen herrlich gebaute Bungalows die geschmackvoll eingerichtet sind und wie die ganze Anlage vor allem in den Kleinigkeiten immer wieder die Liebe zum Detail zeigen. Den beiden ist es hier wirklich gelungen ein kleines Paradies zu bauen und wir hatten das Vergnügen deutsche Wurst und Schinken frühstücken zu können und uns lange mit Jürgen zu unterhalten. Die folgenden Bilder sollten das auch zeigen, also wer mal in die Gegend kommt sollte ernsthaft darüber nachdenken - aber umbedingt vorher anrufen, sie haben wie gesagt nur vier Zimmer und sind sehr gut besucht, ihre Internetseite findet ihr hier!:)

Baan Chai Thung in Doi Saket Baan Chai Thung in Doi Saket Baan Chai Thung in Doi Saket
Baan Chai Thung in Doi Saket Baan Chai Thung in Doi Saket  

Anschließend sind wir noch nach Baan Tawai gefahren, dem Handwerkszentrum der Gegend. Wahnsinn, was man da alles an Möbeln und Einrichtungsgegenständen bekommt und vor allem zu welchen Preisen. Teaktische fürs Wohnzimmer schon für 50 Euro usw. Wir sind am überlegen, ob wir uns da ein wenig eindecken und es nach Deutschland verschiffen lassen, mal sehen ob das so klappt.

Ja und ansonsten haben wir hier unser Visum um einen Monat verlängert, was dummerweise heisst, dass uns am Ende zwölf Tage fehlen, für die wir vermutlich einen Visarun nach Mae Sai (Burma) unternehmen werden. Witzigerweise sind zur Zeit auch Freunde von uns aus Pai in Chiang Mai, mit denen wir viel Zeit verbringen können - eine gute Einstimmung auf Pai!:) Und dorthin werden wir morgen auch endlich fahren. Wenn nichts schiefgeht werden wir wieder mit dem Roller fahren und unser Gepäck kostenlos im Minibus mitschicken. Falls das nicht klappt stehen uns drei Stunden Serpentinenquälerei im Minibus bevor, aber wir sind guter Dinge, dass es ohne das klappt!:)

Die nächsten Neuigkeiten gibt es dann also schon aus Pai, mal sehen wie sich unser kleines Dorf entwickelt hat in den vergangen neun Monaten!:)