| Nur noch ein paar Tage... |
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| Mittwoch, den 15. April 2009 um 03:12 Uhr |
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Ja, so schnell vergeht die Zeit. Nur noch ein paar Tage und wir landen wieder in München. Es waren ja diesmal auch "nur" dreieinhalb Monate, aber wir freuen uns trotzdem auch schon darauf, nach Hause zu kommen. Aber wie jedes Mal wird uns der Abschied aus Pai auch diesmal wieder schwer fallen, zumal vieles daraufhin deutet, dass es bis zum nächsten Besuch etwas länger dauern wird. Wir haben nämlich viel vor, das ist mal sicher!:) Die letzten Wochen verliefen ähnlich wie die ersten, weshalb es darüber eher wenig zu berichten gibt. Anfang April mussten wir für zwei Tage weg aus Pai, weil unser Visum abgelaufen ist. Also hieß es für uns: ab nach Chiang Mai, Auto ausleihen und an die Burmesische Grenze nach Mae Sai fahren. Dort kann man dann kurz nach Burma ausreisen und bekommt bei der Wiedereinreise einen neuen Stempel in den Pass. Inzwischen gibt einem Thailand nur noch 15 Tage, wenn man an einer Landgrenze einreist - nicht unbedingt Touristenfreundlich. Aber uns hat das glücklicherweise auf den Tag genau gereicht. Vorher wurde uns von vielen vorgeschwärmt, dass man auf der burmesischen Seite so toll DVDs, Klamotten und sonstwas shoppen kann. Wir sind nach einer halben Stunde geflüchtet, denn der Markt dort ist der pure Horror und die Verkäufer sind extrem aufdringlich/nervig/lästig. Aber ein paar Kleinigkeiten haben wir dann doch mitgenommen!:) Am nächsten Tag sind wir dann wieder von Chiang Mai nach Pai gefahren und waren froh, als die stundenlange Fahrerei ein Ende hatte. Ansonsten war ja gerade Thailändisches Neujahr "Songkran", das ganze dauert offiziell vom 13.-15. April, aber das Übergießen mit Wasser dauert in den meisten Gegenden eine ganze Woche und länger. Das ist nämlich der zentrale Aspekt der Feierlichkeiten: mit Wassereimern und Wasserpistolen bewaffnet werden Passanten und Rollerfahrer nassgemacht, bis sie vollkommen nass sind - was für ein Spaß!:) Wir haben davon auch ein paar Bilder gemacht (was nicht ungefährlich ist ohne wasserdichtes Gehäuse) und hochgeladen. Wie schon in den vergangenen beiden Jahren hatten wir viel Spaß dabei, vor allem mit den Leuten, die meinen sie kommen trocken durch wenn sie sagen, dass sie nicht mitspielen - man kann nicht behaupten, dass uns das interessiert hätte!:) Wer an den Haupttagen trocken bleiben will, muss bis zum Sonnenuntergang einfach daheim bleiben (dann stoppt das Treiben nämlich) oder gar nicht erst nach Thailand kommen, so ist es nun mal. Wobei man auch dazu sagen muss, dass aus der ursprünglichen Idee, Leute mit Wasser zu bespritzen, eine regelrechte Wasserschlacht geworden ist. Ach ja, Vici hat nun endlich einen Massagekurs hinter sich und wer Lust hat sich mal ordentlich verrenken zu lassen der soll sich ruhig melden.:-) Am Samstag fahren wir nach Chiang Mai und fliegen abends nach Bangkok, haben ein superbilliges Angebot bekommen für 15 Euro pro Person!:) In Bangkok bleiben wir dann drei Nächte, so dass wir zwei ganze Tage zum shoppen haben bevor wir nächsten Dienstag nach Hause fliegen. Ach ja, falls sich jemand Sorgen wegen den Unruhen macht, in Pai ist von all dem rein gar nichts zu spüren, Politik wird aber nun endlich einmal ein Gesprächsthema, schön zu beobachten. Und auch in Bangkok hat sich inzwischen alles beruhigt. Der Abschied von unseren Freunden hier in Pai wird uns sicher schwer fallen, zumal wir vermutlich erst in zweieinhalb oder drei Jahren wieder kommen. Das liegt zum einen daran, dass wir ziemlich hungrig nach Neuem sind und endlich unseren Wunsch von einer Reise nach Nordamerika, zu den Karibischen Inseln, Mexico und höchstwahrscheinlich auch Südamerika erfüllen wollen. Und dazu ist es nunmal nötig etwas mehr Geld zu sparen, denn um dort für viele Monate rumzufahren braucht es doch etwas mehr als in der Gegend hier. Zum anderen hat uns Pai diesmal neben der Freude, die wir immer hier erleben, viel Kraft gekostet. Wir waren mitten in den Alltag vieler Leute eingeschlossen (wie auch schon letztes Jahr) und es gab viele Probleme, kleiner wie auch großer, zwischenmenschlicher wie beruflicher Art - und wir mittendrin in diesem komplexen Spannungsfeld aus thailändischer und westlicher Kultur. Die in Thailand kaum vorhandene Streit- und Diskussionskultur ist ein Beispiel für diese Probleme bzw. eine Ursache für so manche nervenaufreibende Situation. Es ist schwer, das alles in ein paar geschriebene Zeilen zu fassen, aber es war eine sehr lehrreiche Zeit für uns. Wir waren ja in den vergangenen zweieinhalb Jahren insgesamt knappe acht Monate in Pai und sind hier auch sehr heimisch geworden. Wir hatten in erster Linie tolle Zeiten von denen wir keinen Tag vermissen wollen. Aber wir haben einfach bemerkt, dass es besser für uns ist etwas Abstand zu gewinnen, mehr von der Welt anzuschauen und dann wieder zu kommen und es uneingeschränkt zu genießen. Jeder, den wir hier kennen und der tiefer in die Kultur eingetaucht ist, hat dieselben Erfahrungen gemacht und die selben Ernüchterungen erlebt. Und auch die Thais selbst sind damit nicht mehr so wirklich zufrieden wie beispielsweise vor zwei Generationen, aber etwas zu ändern ist hier nicht so einfach, wie man ja auch an den politischen Ereignissen der letzten Jahre sieht. Wie im Kleinen so auch im Großen, die Parallelen und Hintergründe sind unverkennbar. Irgendwie ist das alles auch der Grund dafür, dass wir beim nächsten Mal nicht nach Asien wollen und mal wieder eine neue Kultur kennenlernen wollen - vor allem die Karibik zieht uns diesbezüglich sehr an. Aber nicht weil wir uns davon etwas "erwarten", wir wollen einfach schauen wie es da so zugeht. Ursprünglich wollten wir als nächstes im Oktober nach Nepal, aber wir haben für uns beschlossen, dass wir die Naturerlebnisse, die wir dort vermuten in anderer Form in Kanada, den USA und in Südamerika (Anden, Patagonien) finden können und Nepal in ein paar Jahren "nachholen" werden - denn zu lange werden wir uns eh nicht von Pai fernhalten können und damit wären wir dann eh schon wieder in Asien!:) Aber jetzt steht uns erstmal eine schöne Abschiedsfeier und ein schmerzlicher Abschied bevor, denn trotz allen Problemen haben wir hier doch viele Menschen, die wir als gute Freunde bezeichnen und eine unglaublich schöne Zeit gehabt. Wie dem auch sei, unsere ganzen Reisepläne führen dazu, dass wir von einer Art Tatendrang nach Hause getrieben werden, um diese Ziele anzugehen. Im Moment sieht es danach aus, dass wir dafür im nächsten Winter auf einen langen Trip verzichten werden. Aber natürlich können wir jetzt nicht eineinhalb Jahre daheim bleiben, darum wollen wir im Sommer und Herbst mit dem Wohnmobil von Chris' Onkel etwas rumkommen, England und Italien stehen dabei weit oben auf der Liste. Aber mal sehen, wie sich das alles dann tatsächlich entwickelt - wir sind ja inzwischen bekannt für unsere Planänderungen und darüber sind wir auch froh - lieber die Pläne an die sich ändernden Vorstellungen und Wünsche anpassen als verzweifelt daran festhalten und unglücklich werden... Also wer weiss, vielleicht sind wir ja im Oktober doch in Nepal - oder in Pai - oder wo auch immer es uns hin verschlägt!:)
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